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Faust ohne Worte

(Faust Without Words)

In seinem Traum, den „Faust“ ohne Worte zu spielen, lebt der alte Traum vom Welttheater. Im wortlosen Miteinader der Künste wird die Welt als Ganzes gezeigt. Dieses sprachfreie Bühnengesamtkunstwerk kann überall von Jung und Alt verstanden werden. Es ist europäisches Volkstheater, europäisches Welttheater.“

Reiner Ernst Ohle, Referent Schauspiel Bayer Kultur

Termine |Dates

Mo., 26.02.18, 20 Uhr Faustfestival München, Gasteig München

Vorspiel auf dem Theater:

Das Stück erzählt Goethes Geschichte auf eine einmalig emotionale Weise; ohne Worte. Ein allseits gebildeter Doktor (Wolfram von Bodecker) ist „zu alt um nur zu spielen“ und „zu jung um ohne Wunsch zu sein“. Er schwankt zwischen Hybris und Verzweiflung, klagt das Schicksal an und beschwört Dämonen herauf. Sein Leid ist von exemplarischer Komik. In einem obskuren Spiel zwischen Gott (Rainer König) und dem Teufel (Alexander Neander) gibt es für Faust nicht weniger zu verlieren als seine Seele. Während alles auf der Bühne exzessiv witzelt, tanzt und sich in clownesken Raffinessen versteigt, schreitet die altbekannte Geschichte fast unbemerkt, aber mit ungebrochener Kraft voran. Faust unterzeichnet den Pakt mit dem Teufel, mischt sich unters Volk, wird verjüngt und verliebt sich, verstrickt sich in Mord und Vergessen, versteckt sich auf Bergeshöhen und wird am Ende geläutert.

Durch die zutiefst menschliche und von durchscheinender Zerbrechlichkeit geprägte Darstellung der Figuren, in der Regie von Tom Quaas, ist kein einziges Wort nötig, um die kleinen und großen Konflikte der Figuren zu erfühlen.

Die Idee entstand, als Tom Quaas, Erfinder und Initiator, Regisseur und geistiger Architekt dieses traumschweren Konstrukts, das Staatsschauspiel Dresden verließ, um an der renommierten französischen Hochschule „Centre National des Arts du Cirque“ Clownerie und Pantomime zu studieren. Zurück in der Heimat erfüllte er sich einen Lebenstraum. Er sammelte Tänzer und Puppenspieler, Mimen und Sänger um sich und konfrontierte das Dresdener Publikum mit einem Theater, wie es hierzulande nur selten zu sehen ist.

Besetzung: Tom Quaas, Katja Langnäse, Alexander Neander, Wolfram von Bodecker, Rainer König, Tim Schreiber, Louis Terver, Rebecca Jefferson, Renat Safiullin, Kati Grasse, Jeanne Pascale Schulze, Jana Reiner, Bernd Sikora

Presse

„Es ist gerade diese optische Dramatik, die „Faust ohne Worte“ so beeindruckend macht und nicht eine Sekunde lang an Klamauk gemahnt. Im Gegenteil: Quaas‘ Stück ist ein Paradebeispiel dafür, was Clownerie im Stile des französischen „Theatre du soleil“ oder der italienischen Comedia bewirken kann: den reinen Kunstgenuss.“
Kölner Stadtanzeiger, Mai 2009

„Goethes Faust stumm: genial“
„Wahrscheinlich wurde noch bei keiner Faust-Interpretation so viel gelacht und gestaunt wie in dieser sprachlosen Variante, die aber keineswegs die angemessene Ernsthaftigkeit vermissen ließ.“
Rheinische Post, Mai 2009

Prelude aon Stage:

The play tells the novel of Goethe in a singularly emotional way; without words. The story itself is as monumental as it is simple. A highly educated doctor (Wolfram von Bodecker) is „too old to just play“ and „too young to be without ambition“. He sways between hubris and desperation, accuses destiny and invokes demons. His grief is marked by generic humor. In an obscure play between God (Rainer König) and the Devil (Alexander Neander), Faust has to lose nothing less but his soul. While everybody on stage is excessively mocking and dancing around, loosing oneself in clownish finesse, the well-known story continues almost unnoticed, but with an unbroken strength. Faust signs the pact with the Devil, mingles with the crowd, is rejuvenated and falls in love, gets entangled in murder and oblivion, hides out in the mountains and becomes chastened in the end.

Stage director Tom Quaas and the actors outstandingly manage to combine an artificial way of acting with a very human and translucently fragile representation of the characters. Indeed, there is not a single spoken word necessary to make the small and big conflicts of the characters perceptible.

The idea was born when Tom Quaas, inventor and initiator, director and mental father of this dreamy construct, left the Dresden State Theatre in order to study clownery and pantomime at the famous French college „Centre National des Arts du Cirque“. Back home, he fulfilled his lifelong dream. He gathered a group of dancers and puppeteers, mimes and singers around him and confronted the Dresden audience with a rather uncommon style of theatre.

Cast: Tom Quaas, Katja Langnäse, Alexander Neander, Wolfram von Bodecker, Rainer König, Tim Schreiber, Louis Terver, Rebecca Jefferson, Renat Safiullin, Kati Grasse, Jeanne Pascale Schulze, Jana Reiner, Bernd Sikora